Montag, 22. August 2011

Vietnam VIII, Kham Duc

Ich startete am fruehen Morgen in Hoi An um sicherzustellen, dass ich die ueber 250 Kilometer lange Strecke nach Kontum zuruecklegen konnte. Doch an diesen Tag sollte ich nicht in Kontum ankommen. Stattdessen lernte ich die frustierenden Aspekte eines Minsk Besitzer daseins kennen.
Die ersten eineinhalb Stunden verliefen relativ problemlos, ich verpasste eine Abzweigung, kam aber wieder auf die Richtige Strasse. Nachdem ich mein Motorrad betankt hatte fuhr es nur fuer wenige Kilometer weiter, dann ging es aus. Meine Versuche es wieder zu starten scheiterten. Ich schob das Motorrad zur naechsten Werkstatt. Damit began meine Reperaturodysee.
Der erste Mechaniker versuchte sich fuer 45 Minuten am Motorrad, die Haelfte dieser Zeit musste ich den Kick-Start betaetigen. Als der erste Mechaniker erkannte, dass sein Minsk-spezifisches Wissen fuer die Reperatur nicht ausreicht rief er einen Kollegen hinzu. Der zweite Mechaniker kam auf einer alten Honda angefahren. Sein Schnurrbart vermittelte zusaetzliche Kompetenz. Er bestaetigte den Eindruck in dem er eine fehlende Dichtung durch ein zurecht geschnittenes Stueck Zigarettenverpackung ersetzte. Nach weiteren 40 Minuten erweckte er mein Motorrad wieder zum Leben. Wie konnte ich nur an der glorreichen Minsk zweifeln.
Ich fuhr mit der Hoffnung den unerwarteten Stop wieder heraus zu fahren. Doch nach acht Kilometern verstummte die Minsk erneut. Ich war frustriert. In der naechsten Werkstatt durfte Mechaniker drei sich an die Arbeit machen. Dieser versuchte sein bestes, lokalisierte das Problem aber an falscher Stelle. Sein Fazit war, dass er mit dem passenden Ersatzteil weitermachen koennte, dieses aber nicht in der Naehe zu beschaffen sei. Meine Laune verschlechterte sich erneut. Ich ueberlegte wie ich meine Reise fortsetzen sollte. Letzendlich entschied ich mich dazu eine weitere Meinung einzuholen.
Als ich mein Motorrad 50 Meter geschoben hatte, hielt ein Fuehrer fuer Motorradtouren an. Dieser konnte gezielt nach einen Mechaniker mit Minskkenntnissen fragen. Zehn Kilometer entfernt gab es einen. Ich wurde von einem Motorroller dorthin abgeschleppt. Eine halbe Stunde Arbeit kostete es Mechaniker Nummer Vier das Motorrad wieder zu starten. Nach wenigen Kilometern gab dieses aber wieder den Geist auf. Der zweite Versuch von Mechaniker vier war dann aber von Erfolg gekroent.
Mit fuenf Stunden Verspaetung fuhr ich weiter. An einer Kreuzung fuhr ich der Beschilderung fuer den Ho Chi Minh Highway nach. Die schoenste Stasse, die ich in Vietnam bisher gefahren bin, hatte den Nachteil, dass sie in den Norden und nicht in den Sueden fuehrte. Nach 30 Kilometern fahrt in die falsche Richtung merkte ich meinen Fehler und drehte um.
Mit meiner angesammelten Verspaetung hatte ich keine Chance mein Tagesziel Kontum zu erreichen. Stattdessen fuhr ich soweit in diese Richtung wie ich bis zur Daemmerung schaffen konnte. Ich endete in einem Hotel in der kleinen Stadt Kham Duc. Diesmal war ich definitiv abseits jeglicher Touristenpfade.



Kham Duc

Sonntag, 21. August 2011

Vietnam VII, Hoi An

Mein Aufenthalt in Hoi An ging ueber vier Tage. In diesem Zeitraum habe ich mich groesstenteils an vier Orten und in meinem Hotelzimmer aufgehalten.
Der erste Ort war die Sleepy Gekko Bar, ein weiterer Tip von Ben. Dort hatte ich meinen Fruehstuecksmojito als ich in Hoi An ankam und mir wurden meine Fragen nach Unterkunft, etc. beantwortet. Diese Bar, mit wunderbaren Blick auf den Markt von Hoi An und Gratis Rum zu jeder Bestellung, wurde ein fester Anlaufpunkt in den Abendstunden.
Der zweite Ort war Danang. Es klingt etwas Absurd eine andere Stadt als Ort zu nennen aber wenn man sein eigenes Motorrad hat, kann man zum Einkaufen in die 30 Kilometer entfernte Millionenstadt fahren. Ich fuhr zweimal nach Danang. Beim erstenmal kaufte ich mir eine neue Kamera. Im Elektronikfachgeschaeft wurde ich dabei von fuenf Mitarbeiterinnen bedient und ausgefragt. Meine zweite Fahrt nach Danang diente hauptsaechlich dem Zeitvertreib. Ich kaufte neben Sonnencreme nur unnoetigen Kram.
Der dritte Ort war An Bang Beach. An diesem Strandabschnitt verbrachte ich einige Stunden.
Der vierte Ort war beim Schneider. Hoi An ist bekannt fuer seine guenstige Bekleidung. Die lokalen Schneider fertigen so ziemlich alles gegen Bezahlung. Ich liess mir drei Anzuege anfertigen. Ein Mann, der wie ich sein Privatleben im Internet ausbreitet, sollte dabei etwas Eleganz verspruehen.
Neben diesen vier Orten war ich am ersten Abend mit Scott und einem weiteren Deutschen in einem der edleren Restaurants essen. Das Motto des Abends war wieviel lassen die Vietnamesen, den westlichen Touristen durchgehen. Wir konnten diese Frage nicht abschliessend beantworten, da unsere Hemmschwellen erreicht waren bevor irgendeine Reaktion zu erkennnen war. Ein sehr unterhaltsamer Abend, den man in aehnlicher Art und Weise in Deutschland nur schwer umsetzen koennte. Ich moechte dem Leser hiermit versichern, dass wir niemanden Schaden zugefuegt haben.
Nach vier Tagen in Hoi An brauchte ich wieder eine Pause von Haupttouristenstrom. Ich setzte mich auf mein Motorrad, mit reparierter Hinterradbremse, und machte mich auf den Weg in das zentrale Hochland Vietnams.

Blick aus der Sleepy Gecko Bar


An Bang Beach






Meine Minsk am Strand von Danang

Mein neuer Anzug

Vietnam VI, Hoa's Place (Danang)

Der Weg von Hue nach Danang fuehrt ueber den Hai Van Pass sofern man sich an die Nebenstrassen haelt. Die Strasse windet sich spektakulaer von Meereshoehe ueber einen Berg. Leider war meine Kamera kaputt. Auf der Passhoehe traf ich drei vietnamesische Motorradfahrer und einen Amerikaner auf einen Motorroller. Die Vietnamesen hatte eine Palette Red Bull auf einen ihrer Motorraeder befestigt und luden den Amerikaner, Scott, und mich auf eine Dose ein.
Von der Passhoehe an fuhr ich zusammen mit Scott weiter. An einem Bahnuebergang in Danang passiert es dann, meine Minsk brauchte eine Pause; der Hinterreifen war geplatzt. Zum Glueck waren drei Werkstaetten in direkter Naehe. Scott und ich tranken ein kaltes, waehrend der Mechaniker sich an die Arbeit machte. Beide Taetigkeiten waren etwa gleichzeitig beendet. Nach ein paar Kilometern merkte ich, dass der Mechaniker meine Hinterradbremse beim Reifenwechsel beschaedigt hatte. Anstatt nochmal anzuhalten entschied ich mich die Kurzstrecken des aktuellen und des Folgetages nur mit der Frontbremse zu fahren. Wenige Kilometer ausserhalb Danang stoppten wir unsere Motorraeder bei einem grossen Menschenauflauf. Scott vermutete ein buddhistisches Fest als Anlass, lag damit aber falsch. Es war ein Fussballspiel. Fuer zwanzig Minuten verfolgten wir das Spiel und wurden dabei zum Nebenprogramm.
Nach dem Spiel fuhr Scott nach Hoi An und ich wieder in Richtung Danang, da ich die Strasse zu meinem Quartier fuer die Nacht verpasst hatte. Als ich ankam war der Besitzer nicht da, trotzdem bekam ich ein Zimmer und ein kaltes Getraenk. Ich war hierher gekommen, weil ich gehoert hatte, dass Hoa, der Besitzer, ein ehemaliger Vietcong ist und bei einem Bier die ein oder andere Geschichte zu erzaehlen hat. Waehrend meines eintaegigen Aufenthaltes traf ich Hoa nur zweimal fuer kurze Zeit - keine Vietcong Geschichten fuer mich. Ansonsten war der Ort allerdings sehr liebenswert. Es gab ein gemeinsames Abendessen, Getraenke und Essen werden auf Vertrauensbasis selbstaendig aufgeschrieben und die Lage in unmittelbarer Naehe zum Strand machen diesen Ort aus.
Ich verliess Hoa's Place am Morgen und hatte den Luxus an diesen Tag nur 15 Kilometer nach Hoi An fahren zu muessen. Waehrend dieser Fahrt an der Kueste entlang wurde mir Hoas Lage bewusst. Er stellt die letzte Budgetunterkunft an einem Kuestenabschnitt, der zur Zeit "entwickelt" wird, bereit. Die Frage, die sich stellt, ist wie lange darf ein Ort, wie Hoa's Place zwischen den Hotels, Villenanlagen und Golfclubs fortbestehen. 

Vietnam V, Hue

Auf dem Weg nach Hue stoppte ich zur Mittagszeit in Dong Ha. Ben gab mir den Tip dort in Tam's Cafe zu essen. Tam hat in seinem Cafe ausschliesslich Gehoerlose angestellt. Man kann dort fuer kleines Geld essen und trinken mit dem guten Gefuehl ein sinnvolles Projekt zu unterstuetzen.
Von Dong Ha bis Hue musste ich den Kuestenhighway nehmen. Auf dieser viel befahrenen Strasse macht die Fahrt mit einem schwach motorisierten Motorrad nur wenig Spass. Ich versuchte permanent nicht in den Weg der schnelleren Busse und Autos zu kommen.
In Hue angekommen parkte ich mein Motorrad fuer die naechsten eineinhalb Tage und bezog mein Bett in einem Hostel. Ich lief am Nachmittag etwas durch die Stadt. Den Abend liess ich ganz unsozial mit einem Buch enden. Am zweiten Tag besichtigte ich die Festung von Hue. Die Festung war in Teilen verfallen und verwildert. Dies loeste gemischte Gefuehle bei mir aus. Zum einen war es schoen, dass man den Gebaeuden ihr Alter ansehen koennte. Zum anderen hat man eine Verpflichtung diese Staette fuer kommende Generationen zu erhalten. Mein Versuch die Fotos von meiner zweiten Speicherkarte auf einen Computer zu laden endete mit dem Defekt meiner zweiten Speicherkarte.
Am Abend trank ich ein paar Bier in der Hostelbar und traf dort auf Chris, einen Amerikaner, den Ben dorthin vermittelt hatte. Chris erklaerte mir den Weg von Hue nach Danang, der den Highway Nummer eins weitestgehend vermiet. Ich wuerde am naechsten Tag also keine Probleme mit Bussen und Autos haben. Anschliessend verabredete ich mich mit Chris am Montag, seinen freien Tag, in einer Bar in Hoi An.
Am Morgen meiner Abreise fiel ich ueber das kostenlose Fruehstueck her. Danach kaufte ich mir eine neue Speicherkarte fuer meine Kamera. Ich liess noch etwas Luft in meine Reifen pumpen und machte mich auf dem Weg nach Danang.

Vietnam IV, Phong Nha

Am Morgen machte ich mich von Pho Chau auf zum Farmstay von Ben und seiner Frau Bich; Ferien auf dem Bauernhof.
Mein Motorrad lief erstklassig, bis zu dem Zeitpunkt an dem mein Kupplungskabel riss. Nachdem mein Versuch der Reperatur scheiterte, nutzte ich den Hang um mein Motorrad im neutralen Gang in Bewegung zu setzen, ohne Kupplung wechselte ich in den zweiten Gang und fuhr in das naechste Dorf. In diesem Dorf fuehrte der Ho Chi Minh Highway ueber eine ehemalige Flugzeuglandebahn. Dies war der Ort von dem ich Ben, den Besitzer des Farmstays anrufen sollte. Ich wartete die zwanzig Minuten, die der Mechaniker benoetigte um mein Motorrad zu reparieren, dann kontaktierte ich Ben. Nach einenm kleinen Missverstaendnis ueber den Treffpunkt fand ich Ben zusammen mit seinem Gast Tom in einer Bar am Rande des Highways. Ich folgte Bens Jeep ueber die landschaftlich schoenere Strecke (Feld- und Fusswege) zu seinem Haus. Das Haus ist im grosszuegigen franzoesischen Kolionalstil erbaut. Von der Veranda oder der Bar je nach Beschaeftigung kann man die Reisfelder ueberblicken.
Nach ein paar Stunden in der Haengematte fuhren alle Gaeste zusammen mit Ben und seinem "Angestellten" / Langzeitgast Dave zu ihren Stammpub. Der Weg fuehrte ueber Sandpisten und durch einen Fluss; kein Problem fuer meine Minsk. Beim Pub, dem Haus einer Einheimischen, angekommen gab es kaltes Bier und frisch geroestete Erdnuesse. Mit einsetzen der Dunkelheit ging es zurueck zum Farmstay. Am Abend wurde klar, dass dieser Ort etwas besonderes ist. Zum einen haben Ben und Bich einen ausgezeichneten Ort geschaffen und zum anderen waren die Gaeste und Angestellten anders als in den meisten Hostels in Suedostasien. Da der Farmstay noch nicht in den Reisefuehrern steht, wird seine Existenz vor allem verbal weitergegeben. Etwa die Haelfte der Gaeste war mit dem Motorrad angereist.
Am naechsten Tag fragte ich Dave nach dem Weg zur zweitgroessten Hoehle Vietnams. Mit der Beschreibung machte ich mich auf den Weg. In den zwei Stunden, die ich in der spektakulaer ausgeleuchteten Hoehle verbrachte war ich der einzige auslaendische Tourist dort.
Am Abend bekam ich viele nuetzliche Informationen von Ben. Mein Reisefuehrer wurde mit einem Tacker und einer Reihe von Visitenkartenaufgewertet.
Ich verliess den Farmstay am naechsten Morgen etwas wehmuetig. In der naechsten Ausgabe des Lonely Planets (Rucksackreisendenbibel) wird der Phong Nha Farmstay als einer der Top fuenf Orte in Vietnam auftauchen. Das Publikum wird sich aendern.

Donnerstag, 18. August 2011

Vietnam III, Pho Chau

Was kann ich zu Pho Chau sagen? Das Essen im Restaurant und das Hotel, in dem ich uebernachtete, waren ganz gut.
Am Morgen verliess ich Mai Chau mit dem Ziel moeglichst Nahe an mein Ziel fuer die naechste Nacht zu kommen. Wo auch immer ich diese Nacht enden wuerde, waere aktzeptabel. Die ersten 80 Kilometer waren abwechslungsreich. Der Strassenbelag wechselte von Asphalt zu Sand oder Schlamm und es ging hoch und runter. Als ich gerade begann mich zu fragen wie weit ich bei solchen Verhaeltnissen kommen wuerde, ging meine Strasse in den Ho Chi Minh Highway ueber. Auf dieser gut ausgebauten Strasse war die Fahrt eher langweilig, aber ich konnte viele Kilometer herunterspulen.
Nachdem ich waehrend des Tages schon zwei Gruppen westlicher Motorradfahrer getroffen hatte, traf ich am spaeten Nachmittag kurz vor meinen spontan ausgewaehlten Zielort, zwei Franzosen. Die beiden hatten sich auch dafuer entschieden den Tag in Pho Chau enden zu lassen.Wir fanden schnell ein Hotel und ein Restaurant zum Abendessen. Da es am naechsten Morgen wieder frueh weiter gehen sollte, fiel das restliche Abendprogramm kurz aus.
Ich hatte an diesem Tag mehr als 450 Kilometer auf meinem Motorrad zurueckgelegt. Die Landschaft und die unzaehligen Kinder, die mir vom Strassenrand aus zu winkten und "Hello!" schrieen, waren eine grossartige Erfahrung. Auf der Strecke hat das Motorrad einmal den Dienst eingestellt. Dies geschah aufgrund meiner Fehleinschaetzung des "Durstes" meiner Minsk, ich hatte kein Benzin mehr im Tank. Nachdem ich das Motorrad fuer etwa einen Kilometer Richtung Tankstelle geschoben hatte, hielten zwei Vietnamesen an und boten mir an Benzin von der Tankstelle zu hohlen. Ich wartete dankbar im Schatten und mit Benzin und dem fuer Zwei-Takter obligatorischen Schuss Oel funktionierte das Motorrad wieder einwandfrei.

Mittwoch, 17. August 2011

Asiatische Route IV - Vietnam & Kambodscha

Hier meine Route durch Vietnam und Kambodscha. Bisher (Hoi An) habe ich mich an diese gehalten bzw hatte keine Route.

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